Die Einsamkeit des Leidens
Wenn alles läuft
Wenn Geld da ist
Wenn Gesundheit da ist
Wenn Struktur da ist
dann rennen wir Dingen hinterher, die keinen Widerstand haben.
Komfort. Ablenkung. Beschäftigung. Optimierung ohne Notwendigkeit.
Doch sobald das Schicksal zuschlägt
Verlust
Tod
Zerfall
Trennung
Ohnmacht
entsteht etwas, worauf niemand vorbereitet ist.
Leere.
Nicht die stille Leere aus Ruhe
sondern die kalte Leere aus Nichtverstandenwerden.
Die große Lüge der modernen Welt
Wir leben in einer Zeit, die Pädagogik predigt
die seelische Konzepte anbietet
die über Gefühle spricht
die alles erklären will
und trotzdem fühlen sich Menschen im Leid allein.
Nicht weil sie nicht gehört werden, sondern weil Worte keine Last tragen.
Trauer lässt sich nicht motivieren
Schmerz lässt sich nicht wegcoachen
Verlust lässt sich nicht therapieren
wenn der Körper keine Aufgabe bekommt
wenn das Nervensystem keine Form findet
wenn der Mensch keinen Stand hat.
Warum alte Kulturen anders mit Leid umgingen
Kriegerkulturen haben Leid nicht zerredet.
Sie haben es getragen.
Nicht durch Motivation
nicht durch Gespräche
nicht durch Trostformeln
sondern durch den Kriegerstand.
Der Kriegerstand war kein Beruf, sondern ein Zustand.
Ein Mensch, der Last aufnehmen konnte
ohne zu zerbrechen
ohne zu fliehen
ohne sich selbst zu verlieren.
Trauer wurde nicht analysiert
sie wurde in Handlung überführt
in Haltung
in Verantwortung
in Stand.
CEM Philosophie bedeutet Rückkehr zur Tragfähigkeit
Ich arbeite nicht mit leeren seelischen Konzepten
Ich arbeite mit Stand.
Nicht um Schmerz zu beseitigen, sondern um Menschen wieder tragfähig zu machen.
Leid wird nicht leichter, wenn man darüber redet
Leid wird tragbar, wenn der Mensch stärker wird.
Die moderne Welt hat verlernt, dass Bedeutung aus Last entsteht.
Und genau deshalb fühlt sich alles leer an, wenn es ernst wird.
Die Einsamkeit endet nicht durch Nähe
sondern durch Stand
Kein Mensch kann dir dein Leid abnehmen.
Aber ein Mensch kann lernen, es zu tragen.
Das ist der Kern der Kriegerkulturen.
Das ist der Kern von CEM.
Nicht Motivation.
Nicht Pädagogik.
Nicht seelische Umarmung.
Sondern innere Aufrichtung.
Wenn der Mensch wieder steht, verliert das Leid seine zerstörerische Macht.
Nicht weil es weg ist sondern weil es gehalten wird.